Kraniosakraltherapie

W.C. Sutherland, ein englischer Osteopath, erkannte die Auswirkungen cranialer Störungen auf das gesamte Körpersystem. Er entwickelte Mobilisierungs- und Entspannungstechniken für Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein.

Worauf basiert die Kraniosakraltherapie?

In der Kraniosakraltherapie bilden Kopf, Rückenmarksschlauch (Duraschlauch) und Kreuzbein eine Funktionseinheit. Die Schädelknochen sind durch Membranen beweglich miteinander verbunden. Ihre Bewegung entsteht durch den Fluss des Liquor cerebrospinalis (Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit): Der Liquor wird grösstenteils in den Hirnventrikeln gebildet. Durch die Produktion von Liquor steigt der Druck im Schädel an und der Schädel dehnt sich aus. Dabei ist die Bewegung der einzelnen Schädelknochen je nach Lage unterschiedlich. Wenn die Dehnungsfähigkeit der Schädelnähte erreicht ist, fließt der Liquor in den Duraschlauch ab. Der Schädel wird dann wieder schmaler. Dieser Vorgang wiederholt sich beim gesunden Pferd 8- bis 12-mal pro Minute und wird kraniosakraler Rhythmus oder auch Primäratmung genannt. Der kraniosakrale Rhythmus ist von Atmung und Herzrhythmus unabhängig. Diese feine, kaum wahrnehmbare Bewegung setzt sich ausgehend vom Kopf über den Duraschlauch auf die Wirbelsäule, das Sakrum, das Becken und entlang von Nervenbahnen fort und wird so auf den gesamten Körper übertragen. Dieses Ausdehnen und Zusammenziehen ist somit an allen Körperteilen wahrnehmbar. Durch die kraniosakrale Bewegung und den Fluss des Liquors werden die Gewebeatmung und die Stoffwechselvorgänge in allen Zellen angeregt, und alle Körperflüssigkeiten kommen in Bewegung. Wenn die Stärke und die Amplitude der Ausdehnung und des Zusammenzugs nicht gleich sind, liegt eine kraniosakrale Läsion (Blockade) vor und der gleichmässige Fluss des Liquors ist somit beeinträchtigt. Wenn der Liquor nicht ungehindert fliessen kann, können Störungen und Dysfunktionen im ganzen Körper entstehen.  

Auswirkungen kraniosakraler Störungen

Das kraniosakrale System hat grossen Einfluss auf das Nervensystem, Muskel-Skelett-System, Gefäss- und Lymphsystem, Atemsystem, endokrine System und Immunsystem. Deshalb können die Symptome bei Störungen sehr vielfältig sein. Jede Störungen im Muskel-Skelett-System kann mit einer kraniosakralen Läsion einhergehen. So kann z.B. auch ein schiefes Brustbein oder eine Beckenfehlstellung durch eine kraniosakrale Störung verursacht werden. Auch Untugenden wie Kopfschlagen oder Weben sind Hinweise auf kraniosakrale Läsionen.

Umgekehrt können Bewegungseinschränkungen und Erkrankungen im Körper den kraniosakralen Rhythmus beeinflussen. Bei akuten Infekten kann sich die Frequenz des kraniosaklen Rhymthmus erhöhen, bei chronischen Erkrankungen hingegen, ist die Frequenz oft gesunken. Sauerstoffmangel, Traumata, Operationen, Muskelverspannungen, Fehlstellungen, chemische Einflüsse (Toxine, Medikamente, Hormone etc.), Lähmungen, emotionale Einflüsse usw. können zu einer veränderten Frequenz oder gar zum Aussetzen des kraniosakralen Rhythmus führen. Jedes Trauma wird im Gewebe gespeichert. Durch das Auflösen der Gewebeerinnerung können viele Pferde von körperlichen, seelischen und geistigen Leiden befreit werden.

Asymmetrien des Schädels sind erste Hinweise auf Läsionen (z.B. Nüstern nicht auf gleicher Höhe, Stellung der Augen unterschiedlich, verzogene Blesse). Jedoch entsprechen auch Pferde keiner statistischen Norm und gewisse Asymmetrien müssen keineswegs pathologisch sein. Pferde mit Schädelläsionen leiden oft unter: 

  • rezidivierenden Nebenhöhleninfekten

  • Nasenausfluss

  • Kiefergelenksproblemen und Biss-Anomalien

  • Kau- und Schluckstörungen

  • Erkrankungen der Muskulatur

  • motorischen Störungen (Gleichgewichtsstörungen, Ataxie usw.)

Therapie 

Die kraniosakrale Therapie beeinflusst die Spannungsverhältnisse im Schädel, das Kreuzbein, den Rückenmarksschlauch im Wirbelkanal und das Nervensystem. Mit minimalen Impulsen wird die Beweglichkeit der Schädelknochen und der inneren Strukturen (Membranen) verbessert und der Fluss des Liquors harmonisiert. Ziel ist es, einen freien, gleichmässigen kraniosakralen Rhythmus im ganzen Körper zu fördern und damit die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Pferde sprechen auf diese sanfte Therapie besonders gut an. Bei allen Stoffwechselkrankheiten, Allergien, lymphatischen Problemen, Störungen des Nervensystems, aber auch bei Infektionen, Muskelstörungen und degenerativen Gelenkserkrankungen ist es sinnvoll, die Liquorzirkulation zu harmonisieren. Es kommt  dann zu einer besseren Versorgung der Zellen, verbesserter Lymphbewegung, Regeneration der Gewebe, Stimulation der Hirnnervenzellen und die gesamten Austauschvorgänge im Körper werden angeregt. Deshalb ist diese Behandlungstechnik auch sinnvoll bei sogenannten Therapieblockaden, d.h. wenn andere Behandlungen keinen Erfolg zeigen. Insbesondere bei Headshaking kann die Kraniosakraltherapie grosse Erleichterung schaffen.

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Kontakt

Christine Hässig

Energetische Pferdeosteopathin

3252 Worben (BE)

Schweiz

Tel. 079 650 60 94

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